Erwin Kremer aus Köln heisst der grosse Sieger des Porsche Cup 1971, um dessen Gesamt-Preisgeldsumme von DM 250.000,– bis zum Schluss hart gekämpft wurde. Kremer, der mit seinen privaten Einsätzen massgeblich dazu beitrug, dass Porsche neben der Marken-Weltmeisterschaft 1971 auch den Weltpokal für GT-Wagen errang, holte sich den mit DM 50.000,- dotierten ersten Platz nach einem spannenden Duell gegen den Interserien-Sieger Leo Kinnunen (SF), der als zweiter auf eine Börse von DM 35.000,- kommt. Günther Huber (A), Claude Haldi und Paul Keller (beide CH) auf den nächsten Plätzen. Joseph Siffert + (CH) nach nur sechs privat bestrittenen CanAm-Rennen posthum auf hervorragendem 6. Platz klassiert. 101 Porsche-Fahrer aus aller Welt in Wertung.
Mit einer stolzen Reihe von sieben GT-Gruppensiegen an Weltmeisterschaftsläufen und internationalen Sportwagenrennen sowie weiteren hervorragenden Plazierungen sicherte sich der Deutsche Erwin Kremer (34) den von Dr. Ferry Porsche gestifteten silbernen Wanderpokal und einen Scheck über DM 50.000,- im saisonlangen Wettbewerb der Porsche-Privatfahrer. Kremer, der auf 136 Punkte kam, distanzierte am Schluss doch noch recht deutlich den Interserien-Sieger Leo Kinnunen, der die Zwischenrangliste lange angeführt hatte, sich aber schliesslich mit dem zweiten Platz begnügen musste.
Mit Erwin Kremer gewinnt erstmals ein Porsche-911-Fahrer die Trophäe. Die schnellen Prototypen vom Typ 908 und die 917 Spyder hatten diesmal das Nachsehen, denn auch auf den Plätzen 3 bis 5 sind Piloten klassiert, die die Saison mit wettbewerbsfrisierten Ausführungen des Porsche-Serienprodukts bestritten. Kremer holte den Cup erstmals nach Deutschland zurück, nachdem der Holländer Gijs van Lennep 1970 die erste Austragung des Porsche-Privatfahrer-Wettbewerbs gewonnen hatte.
Erwin Kremer, der zusammen mit seinem Bruder Manfred in Köln eine Automobil- und Tuning-Werkstätte betreibt, startete seine sportliche Laufbahn 1963 mit einem Porsche 356 B. Der Marke ist er ohne Unterbrechung bis heute treu geblieben. Nach einer kurzen Anfangszeit im Rallyesport spezialisierte sich der Kölner rasch einmal auf die Rundstrecke und holte sich viele Erfolge. 1968 dominierte er den Kampf um die Europa-Tourenwagenmeisterschaft und trug wesentlich dazu bei, dass Porsche das Championnat erringen konnte. Im gleichen Jahr holte er sich mit den 24 Stunden von Spa einen seiner schönsten Gesamtsiege.
1971, in seiner bisher erfolgreichsten Saison, startete Kremer an den meisten Rennen mit seinem Standardpartner Günther Huber, der mit 102 Punkten als Drittplazierter im Porsche-Cup den grossartigen Erfolg des Kremer-Stalls unterstreicht. Erwin Kremer und sein Bruder Manfred haben die Wagen in der eigenen Werkstatt unter Assistenz ihrer begeisterten Mitarbeiter jeweils selber vorbereitet, bis auf Materialunterstützung durch Shell und Dunlop wurde der Sport völlig aus eigenen Mitteln bestritten. 1972 will Erwin Kremer an der neugeschaffenen GT-Europameisterschaft teilnehmen.
Leo Kinnunen, der "fliegende Finne" sicherte sich seinen zweiten Platz durch seine Interserien-Resultate und Sportwagenrennen. Der grosse Gewinner der Interserie 1971 startete für den finnischen Stall A.A.W. von Antti Aarnio-Wihuri, der schon 1970 mit Gijs van Lennep so erfolgreich war. Mit Günther Huber (102 Punkte) als dem Dritten ist 0esterreich wiederum hervorragend im Porsche-Cup vertreten, während die Plätze 4-6 in die Schweiz gehen. Claude Haldi, der Vorjahreszweite, kam auf 88 Zähler. Er wird gefolgt vom Fünften, Paul Keller, mit 70 Punkten.
Zu einer posthumen Ehrung für den grossen Jo Siffert wird auch der Porsche-Cup. Mit nur sechs Resultaten aus seinem privaten erfolgreichen CanAm-Einsatz auf einem im Werk erworbenen Porsche 917/10 erzielte der Schweizer den mit DM 16.000,- dotierten 6. Platz.
101 Porsche-Fahrer aus aller Welt beendeten den Kampf um den Porsche-Cup 1971 mit Punkten in Wertung. Diese Zahl zeigt, dass das Privatfahrer-Championnat in seinem zweiten Jahr bereits zu einer festen und populären Institution geworden ist. Die Geschäftsführung der Dr.-Ing. h.c. F. Porsche KG hat daher beschlossen, den Wettbewerb auch im kommenden Jahr auszutragen, wobei die Gesamt-Preisgeldsumme wiederum DM 250.000,– betragen soll.
Porsche Pressemeldung 1/1972

