Was einst als bewusste Abkehr von den langen und materialintensiven Läufen auf der Nordschleife begann, entwickelte sich rasch zu einem wegweisenden Motorsportformat: Der AC Mayen verlagerte seine Veranstaltungen zunächst auf die 2,3 Kilometer lange Start- und Zielschleife und später auf die neu errichtete Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Mit dem Super-Sprint etablierte der Club ein ebenso kompaktes wie zuschauerfreundliches Konzept – viele kurze Rennen in dichter Folge sorgten für echte „Non-Stop-Action“. Tourenwagen, Formelfahrzeuge und zahlreiche weitere Klassen lieferten sich packende Duelle und machten die Veranstaltung zu einem Publikumsmagneten.
Der Super-Sprint wuchs schnell über nationale Grenzen hinaus und entwickelte sich zu einer internationalen Großveranstaltung, die das Clubleben des AC Mayen auch wirtschaftlich nachhaltig prägte. Die Bedeutung dieser Rennserie war so groß, dass sie in der Vereinsgeschichte ein eigenes Kapitel einnimmt. Motorsporthistorisch besonders bemerkenswert: Auf Basis des Sprintformats wurde im Rahmen des Super-Sprints das erste Lkw-Rennen am Nürburgring ausgetragen – ein Meilenstein, der später den Weg für den eigenständigen ADAC Truck-Grand-Prix ab 1985 ebnete.
Trotz des großen Erfolgs wurde der traditionsreiche Super-Sprint schließlich aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, da das finanzielle Risiko für den Club nicht mehr tragbar war. Die motorsportliche DNA des AC Mayen blieb jedoch lebendig: Ab 2012 knüpfte der Verein als sportlicher Ausrichter und Partner des ADAC Mittelrhein mit hochkarätigen GT-Serien wie der Blancpain Endurance Series (heute Fanatec GT World Challenge) erneut an die lange Tradition bedeutender Nürburgring-Events an.

