- 6. Lauf der Automobil-Weltmeisterschaft 1964
- Veranstalter: AvD, Frankfurt
- Strecke: Nordschleife, 22,81 km
- 15 Runden = 342,15 km
- Wetter: sonnig, trocken
- 25 Fahrer im Training, 23 Starter
2. August 1964
Beim Großen Preis von Deutschland 1964 debütierte Honda in der Automobil-Weltmeisterschaft.
Das Training
Die erste Trainingssession war bereits ein Abenteuer für sich. Während einige Fahrer mit der Technik zu kämpfen hatten, sah man andere, die munter über die Strecke jagten. So hatte Bruce McLaren das Pech, dass sein Fahrzeug in den ersten Runden für einige kurvenreiche Tänze sorgte, bevor es ihn von der Strecke warf. Glücklicherweise blieb er unverletzt. Der Kollege Amon hingegen fand sich mit Getriebeproblem konfrontiert, während Bucknums Honda Kühlerüberhitzung meldete.
Den Auftakt zur Bestzeit machte Graham Hill, der sich wenig später selbst übertraf. Der ehrgeizige Surtees war jedoch nicht weit hinten und schnappte sich letztlich die Pole-Position mit einer Zeit von 8:38,4 Minuten – das war mehr als nur ein Fingerzeig an die Konkurrenz!
Im zweiten Training wurde das Wetter langsam unberechenbar, als ein leichter Sprühregen aufkam. Fahrer wie Clark und Brabham, die zu diesem Zeitpunkt am Setup ihrer Wagen arbeiteten, mussten plötzlich alle ihre Pläne über den Haufen werfen und an die veränderten Bedingungen anpassen. Während die Asphaltbahn rutschiger wurde, wagte es auch Carel Godin de Beaufort, mit seinen Porsche auf die Strecke zu gehen. Dies endete jedoch tragisch, als er tödlich verunglückte.
Im Finale des Trainings am Samstag kämpften die Fahrer gegen die Zeit und das Wetter. Surtees fuhr die schnellste Runde unter 8:40 Minuten, gefolgt von Clark und Gurney. Das Starterfeld für das Rennen wurde schließlich besiegelt, als sich die besten Fahrer der Welt auf die Plätze eingliederten: Surtees, Clark, Gurney und Bandini.
Das Rennen
Um Punkt elf Uhr rollten die Fahrer an die Startlinie. Das Wetter zeigt sich von seiner guten Seite. Surtees kam stark weg und übernahm sofort die Führung. Clark konnte mithalten und in der ersten Runde kurzfristig die spitze übernehmen, doch zu Beginn der zweiten Runde war Surtees zu Stelle um abermals die Führung zu übernehmen. Gurney verbesserte sich auf den dritten Platz.
Die ersten Runden waren geprägt von Duellen und dramatischen Ausfällen. Hailwood musste nach einem Motorschaden aufgeben und hinterließ eine gefährliche Ölspur, die für einige Fahrer zur Rutschpartie wurde. Auch Bonnier und Revson hatten technische Probleme und gaben bald auf.
Zwischen Surtees und Gurney entwickelte sich entspannende Zweikampf. Surtees ließ sich jedoch von der Aufregung nicht anstecken und fuhr die schnellste Runde, die gleichzeitig einen neuen Rekord für den Nürburgring bedeutete. Doch Gurneys Brabham kämpfte mit Überhitzung, und er musste schließlich in die Box. Seine Mechaniker konnten das Problem nicht lösen, was Gurney zwang, das Rennen aufzugeben.
In Runde zwölf war es vorbei mit den Hoffnungen für Bucknum im Honda, der sich bei einem Dreher selbst aus dem Rennen warf. Am Ende überquerte Surtees als Erster die Ziellinie, gefolgt von Graham Hill und Lorenzo Bandini. Ein grandioser Sieg für Ferrari und ein großartiger Tag für Surtees, der seinen ersten Saisonsieg feierte. Graham Hill übernahm mit seinem zweiten Platz die Führung in der Fahrerwertung
Im Training | 25 |
Pole Position | #7, John Surtees, Scuderia Ferrari, Ferrari 158, 8.38,4 Min. |
Gestartet | 23 |
Gewertet | 14 |
Nicht gewertet | 9 |
Sieger | #7, John Surtees, Scuderia Ferrari, Ferrari 158, 15 Ruden, 2:12.04,8 Std. = 155,4 km/h |
Schnellste Runde | #7, John Surtees, Scuderia Ferrari, Ferrari 158, 8:39,0 Min. = 158,2 km/h |
Gesamtergebnis
# | Team | Fahrer | Wagen | Runden | Stopps | Zeit (Std.) Rückst. (Min.) | |
---|---|---|---|---|---|---|---|
1 | 7 | Scuderia Ferrari | John Surtees | Ferrari 158 | 15 | 0 | 2:12:04,8 |
2 | 3 | Owen Racing Organisation | Graham Hill | B.R.M. P261 | 15 | 0 | 2:13.20,4 1:15,6 |
3 | 8 | Scuderia Ferrari | Lorenzo Bandini | Ferrari Dino 156/63 | 15 | 0 | 2:16.57,6 4:52,8 |
4 | 19 | Siffert Racing Team | Jo Siffert | Brabham BT11-B.R.M. | 15 | 0 | 2:17.27,9 5:23,1 |
5 | 22 | Maurice Trintignant | Maurice Trintignant | B.R.M. P57 | 14 | 0 | 1 Runde |
6 | 26 | Scuderia Centro Sud | Tony Maggs | B.R.M. P57 | 14 | 0 | 1 Runde |
7 | 4 | Owen Racing Organisation | Richie Ginther | B.R.M. P261 | 14 | 1 | 1 Runde |
8 | 2 | Team Lotus | Mike Spence | Lotus 33-Climax | 14 | 0 | 1 Runde |
9 | 23 | Team Lotus | Gerhard Mitter | Lotus 25-Climax | 14 | 1 | 1 Runde |
10 | 5 | Brabham Racing Organisation | Dan Gurney | Brabham BT7-Climax | 14 | 2 | 1 Runde |
11 | 14 | Reg Parnell Racing | Chris Amon | Lotus 25-B.R.M. | 12 | 1 | 3 Runden |
12 | 6 | Brabham Racing Organisation | Jack Brabham | Brabham BT7-Climax | 11 | 1 | 4 Runden |
13 | 20 | Honda Research & Development | Ronnie Bucknum | Honda RA271 | 11 | 0 | 4 Runden |
14 | 27 | Revson Racing | Peter Revson | Lotus 24-B.R.M. | 10 | 1 | 5 Runden |
Nicht gewertet | |||||||
DNF | 1 | Team Lotus | Jim Clark | Lotus 33-Climax | 7 | 0 | Motorschaden |
DNF | 9 | DW Racing Enterprises | Bob Anderson | Brabham BT11-Climax | 4 | 1 | Aufhängung |
DNF | 16 | Cooper Car Co | Bruce McLaren | Cooper T73-Climax | 4 | 0 | Motorschaden |
DNF | 12 | Rob Walker Racing | Edgar Barth | Cooper T66-Climax | 3 | 0 | Kupplung |
DNF | 18 | Scuderia Centro Sud | Giancarlo Baghetti | B.R.M. P57 | 2 | 0 | Gaspedal |
DNF | 10 | Cooper Car Co | Phil Hill | Cooper T73-Climax | 1 | 0 | Motorschaden |
DNF | 11 | Rob Walker Racing | Joakim Bonnier | Brabham BT11-B.R.M. | 0 | 0 | Elektrik |
DNF | 15 | Reg Parnell Racing | Mike Hailwood | Lotus 25-B.R.M. | 0 | 0 | Motorschaden |
Nicht gestartet | |||||||
DNS | #29 | Ecurie Maarsbergen | Carel Godin de Beaufort | Porsche 718 | tödlicher Trainingsunfall | ||
Nicht qualifiziert | |||||||
NQ | 28 | Equipe Scirocco Belge | André Pilette | Scirocco-Climax |
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Fotos:
Lizenz: CC BY 2.0
Harry Pot, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Aufmacherfoto: Jackie Stewart fährt den Lotus 33, der beim Großen Preis von Deutschland 1964 debütierte, auf dem 2013 Goodwood Revival meeting.
Quellen:
Reuß, E.: Grand Prix – 70 Jahre Großer Preis von Deutschland, Motorbuch Verlag, 1997, ISBN 3-613-01836-5
Peter Higham: Guinness Guide To International Motor Racing, Guinness Publishing Ltd., ISBN 0-85112-642-1
Knupp, W. (Hrsg.): Kampf am Limit, Die Formel 1 Chronik 1950-2000, Zeitgeist Verlag, 2000, ISBN 3-89748-277-0
www.grandprix.com (abgerufen 1.2.2018)
motorsportmagazine.com (abgerufen 4.12.2018)
Wikipedia (aufgerufen 1.2.2018)