Carsharing der besonderen Art

Weltenbummler auf Stippvisite am Nürburgring: Beim 44. DMV 4-Stunden-Rennen machen erneut Fahrer und Teams aus aller Herren Länder Station in der Eifel. Würde man Stecknadeln auf einer Landkarte platzieren, wären große Teile des gesamten Globus abgedeckt. 444 Fahrer aus 28 Nationen haben auf 193 Autos gemeldet. Die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist ein erstklassiger Renner – bei kaum einer Motorsport-Veranstaltung wird der Völker verbindende Charakter des Sports so augenscheinlich.

Gäste aus aller Welt sind zugegen. Ganz Europa mit Ländern wie Schweiz, Großbritannien, Spanien, Italien, Irland, Finnland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Dänemark, Bulgarien, Österreich, Niederlande, Schweden oder Frankreich. Auch aus Russland zieht es die Vollgas-Liebhaber an die Nürburg. Südamerika ist durch Argentinien vertreten. Die USA sind ebenso in der Nennliste zu finden wie Thailand, Australien oder Japan. Und sogar Piloten von der Küste des Persischen Golfs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geben ihre Visitenkarte ab. Einer von ihnen teilt sich zum Beispiel einen Porsche Cayman GT4 CS in der Cup3 mit einem Bulgaren und einem Dänen. Carsharing der besonderen Art.

10.000 Kilometer Luftlinie Anreise aus Malaysia

Einige Fahrer sind ordentlich auf Achse, um am kommenden Samstag dabei zu sein, wenn es auf der Nordschleife wieder rund geht. Der Belgier Frederic Vervisch startete jüngst 2.500 Kilometer Luftlinie entfernt auf dem Circuit Moulay El Hassan in Marrakesch bei einem Lauf des FIA-Tourenwagen-Weltcup WTCR. Wenn einer eine Reise tut, der kann was erzählen. Das trifft besonders auf Franz und Luca Engstler zu. Luca fuhr zuletzt auf dem Sepang International Circuit zwei Rennen. Der 19-Jährige ist Titelverteidiger in der TCR Asia International Series.

Von Malaysia bis zum Ring sind es stolze 10.000 Kilometer Luftlinie. Bei VLN2 startet der Youngster erstmalig zusammen mit Vater Franz in einem Hyundai i30 N Fastback in der Klasse der Produktionswagen VT2 als Vorbereitung auf das ADAC 24h-Rennen. „Hoffentlich werde ich etwas weniger nervös sein, als wenn ich ihm bei der TCR zuschaue“, sagt der ehemalige DTM-Pilot Franz Engstler. „Ich freue mich sehr, dass ich es erleben darf, zusammen mit meinem Sohn Rennen zu fahren – eine Riesen-Geschichte. Für den Fastback ist es der erste Test, sozusagen die Jungfernfahrt. Das wird eine große Herausforderung.“

Neben den Globetrottern gibt es auch Umsteiger im großen Fahrerfeld. Christopher Brück ist zurück bei GetSpeed Performance. Der 34-jährige teilt sich die Lenkradarbeit im Mercedes-AMG GT3 mit Fabian Vettel, Jan Seyffarth und Philip Ellis. Vor zwei Jahren hatte Brück mit der Mannschaft von Adam Osieka die Klasse SP7 in einem Porsche 911 GT3 Cup mit Frank Kräling und Marc Gindorf gewonnen. Nachdem er bei VLN1 noch in einem Nissan GT-R Nismo GT3 Platz genommen hatte, ist Tom Coronel nun für Konrad Motorsport mit Michele Di Martino in einem Lamborghini GT3 dabei. Nach zwei Jahren im Frikadelli-Porsche klettert Lance David Arnold dieses Mal hinter das Lenkrad eines Mercedes AMG GT3 des Mann-Filter Team HTP Motorsport mit Maximilian Götz und Christian Hohenadel.

Exoten im Feld: Huracán und Ginetta

Für Farbtupfer sorgen zwei Exoten. Das mcchip-dkr-Team sattelt nach zwei Jahren vom Renault R.S. 01 auf einen Lamborghini Huracán GT3 Evo um. „Dieter Schmidtmann“ und Heiko Hammel starten überraschend schon ab VLN2 in der SP9-Klasse Pro-Am. Aber nicht nur der italienische Stier der Mannschaft aus Mechernich wird in der Eifel für Aufsehen sorgen. Ginetta schickt einen werksunterstützten G55 GT4 beim zweiten VLN-Lauf in der Klasse SP10 an den Start. Für das britische Unternehmen aus Leeds werden der Russe Alexey Veremenko, Kärsten Krämer und Heiko Tönges hinter dem Lenkrad sitzen. Eingesetzt wird das Auto von KKrämer Racing. Die Markenbezeichnung Ginetta nimmt im Übrigen Bezug auf die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida. Ginetta-Chef Lawrence Tomlinson: „Die neue Partnerschaft mit KKrämer Racing ist eine fantastische Gelegenheit für uns, auch dem deutschen Motorsportmarkt zu zeigen, was wir können. Die Nürburgring-Nordschleife ist eine der größten Herausforderungen im weltweiten Motorsport.“

Klassen V4 und Cup5 mit den meisten Teilnehmern

Die namhaftesten Piloten finden sich wie so oft in der mit 19 Fahrzeugen gut besetzten Königsklasse. Neben Teams wie Falken Motorsports, Phoenix Racing, Iron Force Racing, Audi Sport Team Car Collection oder Walkenhorst Motorsport sind auch Montaplast Audi Sport Team Land mit den Piloten Renè Rast und Christopher Mies sowie das BMW Team Schnitzer mit Martin Tomczyk, Sheldon van der Linde und Timo Scheider beim zweiten Lauf der weltweit größten Breitensportserie der Welt vor Ort. Die am stärksten besetzten Klassen sind die V4 mit 25 und die Cup5 mit 22 teilnehmenden Autos.

Rund um die mehr als 20 Kilometer lange Nordschleife mit ihren unzähligen Wanderwegen ist der Eintritt frei. Für die geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und den Besuch des Fahrerlagers sind Tickets schon ab 18 Euro zu haben. Kinder bis 14 Jahre haben auch hier freien Eintritt. Tickets zu den VLN-Rennen sind über die kostenlose Tickethotline 0800 20 83 200, den Nürburgring Online-Shop sowie vor Ort im info°center und an den Zugängen zu den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und zum Fahrerlager erhältlich. Rennstart ist um 12 Uhr, die Startplätze werden zwischen 08:30 und 10 Uhr ausgefahren. Training und Rennen werden im Livestream auf VLN.de übertragen.


Text: VLN Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fotos: Gruppe C / Tim Upietz

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