5. ADAC 500 km Rennen 1964

  • 5. ADAC 500 km Rennen
  • 15. Wertungslauf Sportwagen-Weltmeisterschaft für Wagen bis 1300 ccm
  • 8. Rennen Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft
  • Veranstalter: ADAC e.V., München
  • Nordschleife

Zeitplan*

Freitag, 4. September 1964
07.00 — 12.00 Uhr Abnahme  
09.00 — 17.00 Uhr Training  
14.00 — 17.00 Uhr Abnahme  
Samstag, 5. September 1964
08.00 – 12.00 Uhr Abnahme  
08.00 — 17.00 Uhr Training  
16.00 - 19.00 Uhr Abnahme  
Sonntag, 6. September 1964
08.30 — 09.20 Uhr Einrichten der Boxen und Betreuung der Fahrer und Fahrzeuge  
10.00 - 10.45 Uhr Startaufstellung  
10.50 Uhr Abstellen der Motoren  
10.55 Uhr Aufstellung der Fahrer auf Startkreis  
11.00 Uhr Start  
ca. 16.00 Uhr Ende des Rennens  
19.00 Uhr Aushang der Ergebnisse in der Rennleitung  
20.00 Uhr Siegerehrung im Sporthotel des Nürburgrings  

Das Rennen

Abarth-Dreikampf und Honda-Premiere auf der Nordschleife

  • Zweiter WM-Lauf des Jahres auf der Nürburgring-Nordschleife
  • Willi Martini bringt neun Fahrzeuge und mehrere Eigenbauten an den Start
  • Denis Hulme beschert dem Honda S 600 auf Anhieb einen Klassensieg

Zum dritten Mal nach 1962 und 1963 gastierte die Sportwagen-Weltmeisterschaft mit einem zweiten Wertungslauf neben dem traditionsreichen 1000-km-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife. Gleichzeitig zählte die Veranstaltung zur Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft, die 1964 in ihre fünfte Saison ging. Startberechtigt waren Prototypen, GT- und Tourenwagen mit einem Hubraum von maximal 1,3 Litern. Im Kampf um den Gesamtsieg bestimmten vor allem die Abarth-Simca 1300 Bialbero das Geschehen. Zwei Werkswagen trafen dabei auf einen weiteren Bialbero, den die Scuderia Lufthansa ins Rennen geschickt hatte. Nach mehr als vier Stunden Renndauer fiel die Entscheidung denkbar knapp. Hans Herrmann und Klaus Steinmetz setzten sich im Werks-Abarth durch und überquerten nach 4:19:33,8 Stunden als Sieger die Ziellinie. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 116 km/h lagen sie lediglich 27 Sekunden vor Ernst Furtmayr und Hans-Dieter Dechent im Abarth-Simca der Scuderia Lufthansa.

Großaufgebot von Willi Martini

Mit einem ungewöhnlich großen Aufgebot reiste Rennwagenkonstrukteur und Teamchef Willi Martini an den Nürburgring. Zehn Fahrzeuge waren gemeldet, neun davon nahmen das Rennen auf. Neben einem NSU Prinz und einem Auto Union Junior brachte Martini mehrere Eigenbau-Prototypen an den Start.

Besondere Aufmerksamkeit zog der von Kurt Louis pilotierte Martini Austin-Cooper auf sich. Als Basis diente ein Mini Cooper, der eine aerodynamisch geformte Karosserie erhalten hatte. Bei deren Konstruktion war konsequent auf möglichst geringes Gewicht geachtet worden. Das ungewöhnliche Fahrzeug weckte sogar das Interesse von John Cooper: Der Mitbegründer der britischen Marke erschien persönlich am Nürburgring, um sich den Umbau genauer anzusehen.

Im Rennen blieb dem Wagen allerdings ein zählbarer Erfolg verwehrt. Nach 14 Runden endete der Einsatz durch einen Unfall. Bestplatzierter Martini-Wagen wurde schließlich der Auto Union Junior auf Rang 25 der Gesamtwertung.

Honda feiert erfolgreiches internationales Debüt

Für besonderes Aufsehen sorgte auch ein Fahrzeug aus Japan. Der Honda S 600 absolvierte am Nürburgring sein internationales Renndebüt. Ausgestattet mit einem 630-cm³-Motor trat der kleine Sportwagen in der Gran-Turismo-Klasse bis 1000 cm³ an. Am Steuer saß der Neuseeländer Denis Hulme, der später als Formel-1-Weltmeister Karriere machen sollte.

Der Einstand begann allerdings alles andere als reibungslos. Beim Le-Mans-Start mit insgesamt 86 Teilnehmern gehörte der Honda zu drei Fahrzeugen, die zunächst nicht vom Fleck kamen. Auch anschließend war Hulme zunächst vergleichsweise langsam unterwegs, überzeugte jedoch mit der Zuverlässigkeit des S 600.

Nach etwa einem Drittel der Renndistanz wurde der Honda deutlich schneller. Hulme arbeitete sich kontinuierlich durch das Feld und machte zeitweise drei bis vier Positionen pro Runde gut. Nach 21 Runden und 4:30:12,6 Stunden erreichte er schließlich das Ziel. Der Schnitt von 106,36 km/h bedeutete den Sieg in der GT-Klasse bis 1000 cm³ und zugleich einen bemerkenswerten 13. Rang im Gesamtklassement.

Begünstigt wurde der Erfolg allerdings von Problemen der Konkurrenz. Die im Training schnelleren Marcos fielen aus oder verloren durch zahlreiche Boxenstopps viel Zeit, während Kurt Geiss im Abarth 1000 von Motorproblemen eingebremst wurde. Dennoch geriet Hondas erster internationaler Renneinsatz zu einem bemerkenswerten Erfolg – und der kleine S 600 bewies ausgerechnet auf der anspruchsvollen Eifelstrecke seine Konkurrenzfähigkeit.

Gestartet 86
Gewertet 51
Nicht gewertet 35
Sieger # 130, Hans Herrmann, Klaus Steinmetz
Abarth-Simca 1300 Bialbero
22 Runden, 4:19.33,8 h

Klassensieger

Kls.Ges.FahrerWagen
Prototyp 1.300 1. Hans Herrmann
Klaus Steinmetz
Abarth-Simca 1300 Bialbero
Prototyp 1.000 4. Andrew Hedges
Alan Foster
MG Midget
Prototyp 850 29. Hans-Dieter Blatzheim
Dieter Mohr
Martini
GT 1.300 2. Ernst Furtmayr
Hans-Dieter Dechent
Abarth-Simca 1300 Bialbero
GT 1.000 13. Denny Hulme Honda S600
Tourenwagen 1.300 8. Gerhard Bodmer Glas 1204 TS
Tourenwagen 1.000 7. Christian Schmarje
Bernd Wucherpfennig
Austin Mini-Cooper S
Tourenwagen 850 12. Erich Bitter Saab 96
Tourenwagen 700 23. Jürgen Lenk
Carl Kramer
BMW 700S
Tourenwagen 600 31. Roland Heck
Werner Müller
NSU Prinz

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Quellen und Literatur: Programmheft der Veranstaltung
Thierack, W.: Rennsportlegende Willi Martini. Schneider Text Editions Ltd., 2004, ISBN 0-9541746-5-8
Wikipedia (abgerufen am 8.9.2026)
World Sports Racing Prototypes (abgerufen am 8.9.2026)
Abbildung des Programmhefts mit freundlicher Genehmigung des ADAC e.V., München

* vorläufiger Zeitplan, Zeiten können abweichen

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