- Großer Preis der Tourenwagen 1978
- Alfa-Sud-Pokal
- Veranstalter: ADAC Saarland e.V.
- Nordschleife, 22850 m
- Distanz: 4 Runden = 91,34 km
- ONS Reg.-Nr. 286/78
Zeitplan*
| Sonntag 9. Juli 1978 | ||
| 10:30 Uhr | Alfa-Sud-Pokal | Rennen | |
Das Rennen
Herbert Lingmann siegte auf nasser Nordschleife vor starkem Dirk Amthor
- Herbert Lingmann gewann den sechsten Lauf des Alfa-Sud-Pokals.
- Dirk Amthor fuhr von Startplatz 15 bis auf Rang zwei.
- Joe Weber verlor ein mögliches Spitzenresultat in der letzten Runde.
Der sechste Lauf zum Alfa-Sud-Pokal wurde am Sonntag, 9. Juli 1978, als Rahmenrennen beim Großen Preis der Tourenwagen auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen. Auf dem 22,850 Kilometer langen Kurs standen vier Runden und damit 91,34 Kilometer Renndistanz auf dem Programm. Am Ende setzte sich Herbert Lingmann (Windshausen) im Alfasud durch und verwies Dirk Amthor (Berlin) sowie Edgar Pohl (Windeck-Leuscheid) auf die weiteren Podestplätze.
Bereits das Training am Vortag hatte die Bedingungen für das Rennen angedeutet. Die einzige Trainingssitzung fand auf noch feuchter Strecke statt, was mehreren Fahrern sichtbar Schwierigkeiten bereitete. Einige Alfa-Sud-Piloten bewegten ihre Fahrzeuge über die Haftungsgrenze hinaus und sorgten damit für zusätzliche Arbeit in den Boxen. Besonders die Mechaniker waren nach den Zwischenfällen gefordert, um beschädigte Wagen bis zum Rennsonntag wieder einsatzbereit zu machen.
Unbeeindruckt von den schwierigen Verhältnissen präsentierte sich Georg „Joe“ Weber (Kempten). Der Fahrer des Team Auto-Fox aus Mainz-Kastel erzielte mit 11:08,0 Minuten die Trainingsbestzeit und verschaffte sich damit eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Hinter ihm folgten Herbert Lingmann und Edgar Pohl mit deutlichem Abstand. Pohl hatte dabei bereits im Training Pech gehabt, denn sein Alfasud musste nach einem Unfall kurzfristig wieder hergerichtet werden.
Lingmann kontrollierte das Rennen, Amthor setzte die stärkste Marke
Schon vor dem eigentlichen Start gab es den ersten Rückschlag. In der Einführungsrunde auf der Betonschleife brach am über Nacht reparierten Alfa von Recker eine Seitenwelle. Für ihn war das Rennen damit praktisch beendet, bevor es richtig begonnen hatte. Nach dem Start übernahm Herbert Lingmann sofort die Führung. Dahinter reihten sich Georg „Joe“ Weber, Edgar Pohl, Heinz Isert (Kulmbach-Fassoldshof) und Dieter Kuppi (Herrsching) ein.
Während auf der Nordschleife strömender Regen einsetzte, blieb das Feld erstaunlich stabil. Der einzige echte Ausfall im Rennen betraf Oskar Brehm, der seinen Alfa am Schwalbenschwanz mit einem Getriebeschaden abstellen musste. Von 22 gestarteten Fahrzeugen wurden am Ende 21 gewertet, was angesichts der Bedingungen ein bemerkenswert hoher Wert war.
An der Spitze behauptete Lingmann seine Position, doch die auffälligste Vorstellung des Rennens lieferte Dirk Amthor. Der Berliner war nur von Startplatz 15 ins Rennen gegangen, arbeitete sich aber Runde für Runde durch das Feld. Mit 11:05,6 Minuten fuhr er zudem die schnellste Rennrunde und kam Lingmann bis ins Ziel gefährlich nahe. Nach vier Runden fehlten Amthor lediglich 2,5 Sekunden auf den Sieger. Für ihn war es das bis dahin stärkste Rennen seiner Saison.
Weniger glücklich verlief der Schlussabschnitt für Georg „Joe“ Weber. Der Trainingsschnellste lag lange aussichtsreich im Rennen, rutschte jedoch in der letzten Runde in die Planken und verlor dadurch mehrere Positionen. Statt eines möglichen Spitzenresultats blieb ihm nur Rang sechs. Vor ihm kamen noch Edgar Pohl, Heinz Isert und Dieter Kuppi ins Ziel. Pohls dritter Platz war angesichts des zuvor notdürftig reparierten Fahrzeugs besonders bemerkenswert.
Hinter dem Siegertrio komplettierten Heinz Isert im Alfasud TI, Dieter Kuppi für die Scuderia Starnberger See Tyrolia-RT und Georg „Joe“ Weber die ersten sechs Positionen. Klaus Seybold (Nürnberg) vom RTC Nürnberg belegte Rang sieben, Helmut Kalenborn (Euskirchen) wurde Achter. August Illetschko (Bad Hersfeld) vom Autocenter E. Kirschstein erreichte Platz neun, H.-G. Bürger (Welschbillig) vom Team Auto-Fox rundete die Top Ten ab.
Für Herbert Lingmann blieb dieser Lauf ein sauber herausgefahrener Erfolg unter anspruchsvollen Bedingungen. Der Sieg entstand nicht aus Zufall, sondern aus einem starken Start, fehlerarmer Fahrt und der Fähigkeit, den Vorsprung trotz der Aufholjagd von Dirk Amthor bis ins Ziel zu verteidigen. Amthor wiederum prägte das Rennen mit seiner Fahrt vom Mittelfeld bis auf Platz zwei und setzte mit der schnellsten Runde den sportlichen Glanzpunkt hinter dem Sieger.
Ergebnisse
Alfa-Sud-Pokal, Gestartet: 22, Gewertet: 21
| # | Team | Fahrer | Wagen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Auto-König, München | Lingmann, Herbert, Windshausen | Alfasud | ||
| 2. | Amthor, Dirk, Berlin | Alfasud Tl | |||
| 3. | Pohl, Edgar, Windeck-Leuscheid | Alfasud Tl | |||
| 4. | Isert, Heinz, Kulmbach-Fassoldshof | Alfasud TI | |||
| 5. | Scuderia Starnberger See Tyrolia-RT, Starnberg | Kuppi, Dieter, Herrsching | Alfasud TI | ||
| 6. | Team Auto-Fox, Mainz-Kastel | Weber, Georg, Kempten | Alfasud TI | ||
| 7. | RTC Nürnberg | Seybold, Klaus, Nürnberg | Alfasud TI | ||
| 8. | Kalenborn, Helmut, Euskirchen | Alfasud TI | |||
| 9. | Autocenter E. Kirschstein, Bad Hersfeld | Illetschko, August, Bad Hersfeld | Alfasud TI | ||
| 10. | Team Auto-Fox, Mainz-Kastel | Bürger, H.-G., Welschbillig | Alfasud | ||
| 11. | Scuderia Starnberger See Tyrolia-RT, Starnberg | Richter, Manfred, München | Alfasud | ||
| 12. | Harter, Heinz-Peter, Frankfurt | Alfasud | |||
| 13. | Eisenmann, Johann, Haidholzen | Alfasud TI | |||
| 14. | Gorzawski, Harald, Bad Rappenau | Alfasud | |||
| 15. | Thelen, Paul, Kerpen-Türnich | Alfasud TI | |||
| 16. | Murmann, Günter, München | Alfasud Tl | |||
| 17. | Baptist, Manfred, Lauingen | Alfasud Tl | |||
| 18. | Alfa Romeo Hähn, Mannheim | Hähn, Helmut, Mannheim | Alfasud TI | ||
| 19. | Mödl, Herbert, Tutzing | Alfasud | |||
| 20. | Alfa Romeo Hähn, Mannheim | Stock, Harald, Mannheim | Alfasud TI | ||
| 21. | Sartori, Gualtiero, München | Alfasud |
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Quelle: ADAC Saarland e.V., Programmheft 1983, ONS Mitteilungen 9/1978, Sportfahrer 9/1978
Abbildung des Programmhefts mit freundlicher Genehmigung des ADAC Saarland e.V., Saarbrücken.
*Auszug aus dem vorläufigen Zeitplan, Zeiten können abweichen

